
Operation
GIST nach Möglichkeit operativ entfernen
Die chirurgische Entfernung der Tumoren ist die Standardbehandlung bei primärem GIST. Metastasen und Tumorgröße verhindern die Operation jedoch in vielen Fällen.
Die Standardbehandlung für gastrointestinale Stromatumoren (GIST), die noch nicht gestreut haben, ist die chirurgische Entfernung (Resektion) des Krebsgewebes. Gelingt es, den Tumor vollständig herauszuschneiden, müssen sich die Patienten in entsprechenden Intervallen einer Nachsorge unterziehen. Viele Tumoren haben bei ihrer Entdeckung jedoch bereits Tochtergeschwülste abgesiedelt. Operationen dienen dann der Entlastung und Tumorverkleinerung.
In welchen Fällen empfiehlt sich eine Operation bei GIST?
Operationen sind ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von GIST. Sie sind insbesondere dann angezeigt, wenn der Krebs noch nicht gestreut hat und damit zu rechnen ist, dass der Tumor vollständig entfernt werden kann. Dann besteht eine 50%ige Chance, dass kein Rückfall der Erkrankung eintritt. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass es sich bei der Geschwulst um einen lokalisierten Tumor (Primärtumor) handelt, der Krebs also noch keine Tochtergeschwülste (Metastasen) abgesiedelt hat.
Chirurgische Eingriffe können darüber hinaus erforderlich sein oder unterstützend wirken, wenn ein Tumor oder Tumorabsiedelungen zur Beeinträchtigung anderer Organe, etwa der Leber, führen. Die Operation kann in diesen Fällen Beschwerden vermindern und die Lebensqualität der Patienten verbessern.
Zwingend notwendig sind Operationen immer dann, wenn Tumoren zu Notfallsituationen führen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn es zu einer Verletzung der zumeist gut durchbluteten Geschwulst und Blutungen in die Bauchhöhle kommt oder der Tumor zu einem Darmverschluss führt. Dann besteht akute Lebensgefahr für die betroffenen Patienten, und es muss unverzüglich eine Operation vorgenommen werden.
Wie werden Operationen bei GIST durchgeführt?
Gastrointestinale Stromatumoren siedeln leicht Tochtergeschwülste ab. Das gilt in besonderem Maße, wenn die Tumoren im Verlauf einer Operation verletzt werden. GIST werden deshalb mit besonderer Vorsicht operiert.
Um sicherzustellen, dass die Tumoren vollständig entfernt werden, wird rund um das erkennbare Tumorgewebe ein Sicherheitsabstand von wenigen Zentimetern eingehalten. Es wird "im Gesunden" operiert. Dabei muss in jedem Einzelfall abgewogen werden, wie groß der Sicherheitsabstand gewählt wird.
Tyrosinkinasehemmer ergänzend zur GIST-Operation
Während vor Einführung des Tyrosinkinasehemmers bei ausgedehnten Tumoren oder in Nachbarschaft zu wichtigen Organen die Entscheidung zumeist zugunsten der vollständigen Entfernung getroffen wurde, werden inzwischen häufiger Operationen nach einer Tyrosinkinasehemmertherapie durchgeführt, die meist geringere Einschränkungen der Lebensqualität der Patienten zur Folge haben. Hintergrund solcher Entscheidungen der so genannten neoadjuvanten Therapie ist es, den Tumor im Verlauf von einigen Monaten so weit zu verkleinern, dass er operativ besser zu entfernen ist. Es steht also das Gesamtergebnis für den Patienten im Vordergrund, nicht allein ein maximaler Operationserfolg.
Eingriff durchs Schlüsselloch
GIST werden in der Regel in offenen Operationen entfernt (resiziert). Nur bei kleineren Tumoren kann eventuell auch eine so genannte laparoskopische Entfernung möglich sein. Bei dieser Operationstechnik wird der Bauch nicht durch einen langen Schnitt eröffnet. Der Zugang zum Tumor erfolgt statt dessen mittels spezieller dünner Instrumente. Da es für die sichere Resektion des Krebses jedoch von Vorteil ist, wenn der Chirurg eine gute Übersicht über das Operationsfeld hat, und viele Tumoren bei ihrer Entdeckung bereits recht groß sind, ist eine laparoskopische Operation bei GIST eher die Ausnahme und nur in sehr erfahrenen Zentren zu empfehlen.
Behandlung von Metastasen in der Leber
Absiedelungen von gastrointestinalen Stromatumoren finden sich häufig in der Leber. Die Folge können schwerwiegende Stoffwechselstörungen sein. Die Behandlung der Wahl ist der Beginn einer Imatinib-Therapie oder bei Fortschreiten der Erkrankung eine mögliche Dosiserhöhung.
Wird auf diese Weise kein befriedigendes Ergebnis erreicht, können zusätzlich andere Therapieoptionen wie Operation, Radiofrequenzablation oder Laserinduzierte Thermotherapie eingesetzt werden
GIST-Metastasen der Leber können teilweise operativ entfernt werden. In einigen Fällen können Probleme auftreten wie z.B. bei zahlreichen Absiedelungen über das Organ verteilt, die Tochtergeschwülste ungünstig liegen oder in der Vergangenheit bereits eine Leberoperation vorgenommen wurde.
Weitere Verfahren sind die Radiofrequenzablation und die laserinduzierte Thermotherapie (LITT). Dabei werden die Metastasen durch elektromagnetische Felder oder Laserlicht erwärmt und zerstört ("verkocht"). Die dazu notwendigen Instrumente werden in örtlicher Betäubung durch die Haut gestochen und in die Metastase vorgeschoben.
Kontrollen und Nachbehandlung sind (über)lebenswichtig
Selbst bei optimalem Operationsverlauf weisen gastrointestinale Stromatumoren eine hohe Rückfallrate auf. Regelmäßige und je nach Risiko unterschiedliche häufige Kontrollen des Krankheitsverlaufs durch Computertomographie (CT) sind deshalb notwendig. Nur so kann früh genug bemerkt werden, wenn die Erkrankung wieder auftritt.
Dauerhaft unerlässlich ist ein Tyrosinkinasehemmer in allen Fällen, in denen der Tumor nicht vollständig entfernt werden konnte oder bereits Metastasen abgesiedelt hat. Für die Wirksamkeit der Behandlung mit einem Tyrosinkinasehemmer ist entscheidend, dass sich die Patienten streng an ihren Therapieplan halten. Um den Therapieerfolg nicht zu gefährden, sollten Veränderungen an den Medikamenten und ihrer Dosierung grundsätzlich nur durch den behandelnden GIST-Experten vorgenommen werden.
Quellen im Detail:
DeMatteo RP et al.: Two hundred gastrointestinal stromal tumors: recurrence patterns and prognostic factors for survival. Ann Surg. 2000; 231(1): 51 - 8
ESMO European Society for Medical Oncology: Soft tissue sarcomas: ESMO Clinical Recommendations for diagnosis, treatment and follow-up. Annals of Oncology 2007; 18 (Supplement 2): ii74 - ii76
Gold JS, DeMatteo RP: Combined Surgical and Molecular Therapy. The Gastrointestinal Stromal Tumor Model. Ann Surg 2006; 244: 176 - 184
Joensuu H: Gastrointestinal stromal tumor (GIST). Annals of Oncology 2006; 17 (Supplement 10): x280 - x286




